Nachhaltigkeit

Kein Entkommen?

5. August 2016

Schon mal bemerkt?

Ja, auch ich habe die netten bunten Plastikdosen. Man findet sie im Kühlschrank, man macht Mittagessen, Jause und Zwischendurchsnack mitnahmebereit und verwendet sie in der Speisekammer. Zugegeben… diese Dinger – egal welcher Anbieter – sind sehr praktisch, wenngleich ich persönlich „richtiges“ Geschirr aus Glas, Keramik und ähnlichem bevorzuge. Irgendwie habe ich vor einiger Zeit festgestellt, dass dieses praktische Plastikgeschirr dem Essen einen leichten Beigeschmack beschert (auf gut Deutsch… es schmeckt im Abgang leicht nach Plastik). Vielleicht ist mein guter Geschmacksinn lediglich eine Wiedergutmachung für meinen schlechten Sehsinn, aber ich wollte dennoch wissen, warum das so ist.

Warum ist das so?

Auf der Suche nach den Gründen dafür bin ich auf etwas gestoßen, bei dem ich finde, dass der Hase ziemlich im Pfeffer liegt. Worauf? Weichmacher! Vieldiskutiert, viel Werbung als BPA-frei für uns KonsumentInnen auf den ersten Blick erkennbar wollte ich wissen, was es damit auf sich hat.

DEHP (die Abkürzung für den wohlklingenden Namen Dietylhexylphtalat) beispielsweise ist EU-weit seit 2015 in Babyartikeln und Spielzeug verboten. Warum? Weil es chronisch toxisch wirkt. Ein Kanzerogen mit einem Schwellenwert… lecker! Davon abgesehen mischt es sich offenbar auch in den Hormonhaushalt ein. Da freut man sich doch als Mutter, wenn das zumindest in Babyartikeln und Spielzeug nicht mehr enthalten sein darf. Nun ja, zumindest bis zu dem Punkt, wo man liest, dass zum Beispiel aus China importierte Ware nicht generell kontrolliert wird. Und mal ehrlich… wir Eltern lieben zwar dieses pädagogisch wertvolle Holzspielzeug, aber trotzdem lässt es sich dieses schöne bunte Spielzeug nicht ganz vermeiden.

Abgesehen davon packen wir unser leckeres Bio-Obst in Plastikgeschirr, weil unkaputtbar, und nehmen es so auf den Spielplatz mit.

Über einem Wert von 0,1 % besteht übrigens eine Informationspflich des Betreibers gegenüber des Konsumenten. Aber ganz nach Adam Riese machen… 0,09 und 0,09 und 0,09 und so weiter, auch eine beträchtliche Summe aus!

Am Boden der Tatsachen…

Aus diesem Grund habe ich einmal versucht, bewusst darauf zu achten, wo man überall Plastik im Haushalt verwendet. Schon morgens fängt es an… man nimmt die Zahnbürste in die Hand. Beim Frühstück muss man feststellen, dass man im durchschnittlichen Haushalt beinahe nur davon umgeben ist. Frischkäse, Joghurt, Käse, Wurst… überall ist es als Verpackungsmaterial zu finden. Sprich: schon eine halbe Stunde nach dem Aufstehen stellte ich mir bereits die Frage, obder Alltag ohne Plastik überhaupt noch bewältigbar ist.

Mittlerweile gibt es bereits Alternativen zu dem oben beschriebenen DEHP… nämlich DINP und DIDP… klingt zugegebenermaßen nicht wirklich gesünder. Studien zeigen auch, dass mit DINP und DIDP das Risiko für Bluthochdruck steigt. DINP und DEHP erhöht das Risiko einer Insulinresistenz und in weiterer Folge auch für eine Diabeteserkrankung. Übrigens… Insulinresistenz wird auch in Zusammenhang mit Übergewicht vielfach diskutiert.

Alternativen?

Kommen wir aber nun zu der wohl wesentlichsten Frage… was dagegen tun? Nun ja, ich habe (leider) kein Patentrezept. Ich derzeit auf der Suche nach Alternativen. Genau dabei habe ich festgestellt, dass nicht alles, wo „green“ draufsteht auch besser/gesünder ist. Ökotest beispielsweise hat vor einiger Zeit Bambusgeschirr getestet (Link) und hat entdeckt, dass neben Bambus eine ganze Reihe anderer Stoffe enthalten ist. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich möchte das nicht in meinem Essen haben. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, beim altbewährten Glas-/Edelstahl-/Keramikgeschirr zu bleiben. Und nein, die sukzessive ausgemusterten bunten Plastikdosen werden nicht weggeschmissen sondern darin haben Schrauben, Nägel und Co ihre neue Heimat gefunden.

Milch gibt’s (selten, aber zuguterletzt zu doch noch im Bioladen entdeckt) in Flaschen und Joghurt kann man angeblich super selber im Dampfgarer zubereiten (der Versuch ist allerdings noch ausständig 😉 ). Mineralwasser gibt’s von einigen Anbietern auch nach wie vor in der Glasflasche. Obst und Gemüse bekommen wir ohnehin schon seit Jahren in der wöchentlichen Biokiste… in der Mehrwegbox, ohne extra-Verpackungen.

Meine Conclusio

Zusammenfassend kann ich sagen, wir können Plastik deutlich (!) reduzieren, ohne das Gefühl zu haben, eingeschränkt zu sein. Ich bin überzeugt davon, dass von jedem Stück weniger unsere Gesundheit, die Gesundheit unserer Kinder und selbstverständlich auch unsere Umwelt profitieren.

 

Weiterführende Informationen

Circulating Levels of Phthalate Metabolites Are Associated With Prevalent Diabetes in the Elderly

Phthalate: PVC-Weichmacher mit Gesundheitsrisiko (Umweltbundesamt, Österreich)

PAK und DEHP in Produkten – Faktsheet

 

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