Geschichten, die das Leben schreibt

Tischlein deck‘ dich!

18. Dezember 2016
Kohlenerhof_Aussicht

Hast du schon einmal etwas von Kobe-Rindern gehört? Ich habe davon gehört und sie diese Woche auch besucht. Offiziell tragen sie bei uns aus namensrechtlichen Gründen zwar die Bezeichnung „Wagyū“, aber egal ob Kobe oder Wagyū, es handelt sich um das wohl teuerste Rindfleisch der Welt. Das fein mamorierte Fleisch weist einen um ca. 50 % höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren auf. Die Qualitätsstandards sind hoch, Massenproduktion adé!

Der Tischler und das liebe Vieh

Bei meiner Suche nach „Geschichten die das Leben schreibt“ (siehe auch Scharfes Zeug!) habe ich Gundi & Jakob Kiesenhofer besucht… die beiden züchten die oben beschriebenen Wagyū-Rinder. Bewaffnet mit meinem Fotoapparat und meinen Gummistiefeln machte ich mich auf nach Gutau. Und genau dort, irgendwo zwischen Gutau und Schönau im Mühlkreis findet man sie am Kohlenerhof… inklusive eine Vielzahl an Tieren… sowie einer tollen Aussicht über das schöne Mühlviertel! 🙂

Bei den beiden gibt es immer viel zu tun… Biohof, Tischlerei und eine kleine Tochter… 24/7 ist hier kein Modebegriff. Trotzdem nahmen sich die beiden Zeit, um mir ihre Geschichte zu erzählen. An dieser Stelle ein großes DANKE dafür!

Der Bauernhof

Bereits seit 1985 wird der Hof als Biohof bewirtschaftet. Das gesamte Areal von rund 32 Hektar ist ein Miteinander von Mensch und Tier. So tümmeln sich dort neben den erwähnten Wagyū-Rindern auch adoptierte „normale“ Rinder, Pferde, Hühner, Puten, Katzen und ein Hund. Das sich das Wohl der Tiere und wirtschaftliches Denken nicht ausschließen, wird im Gespräch klar. Kreative Ideen und diese zu verfolgen ist auch hier zentraler Bestandteil des Erfolgs. Das gilt übrigens nicht nur für den Hof sondern besonders für die angrenzende Tischlerei.

Die Tischlerei

Die ans Wohnhaus angrenzende Holzmanufaktur beschäftigt vier Mitarbeiter und setzt auf „Upcycling“. Aus alten Hölzern und sonstigen alten Materialien entstehen hier wahre Kunstwerke. Auch hier steht Qualität vor Quantität klar im Fokus. Ich meine hier nicht nur Produktqualität sondern auch die Tatsache, wo und wie die Mitarbeiter ihrer Tätigkeit nachgehen können.

Totgesagte Leben länger

Zugegeben, ich bin von vielen Ideen begeistert… aber die Idee aus Teilen der alten Linzer Eisenbahnbrücke Tische zu machen, finde ich genial. Mit Hilfe eines Kunstschmieds werden die Teile so aufbereitet, dass sie als Unterbau eines Tisches verwendet werden können. Mit Hilfe einer Taschenlampe kann man sogar die einzelnen, eingestanzten Nummern entdecken, die den exakten Hinweis darauf geben, wo in der Brücke dieses Stück verbaut war. Die eingelegte Prägung mit einem Bild der Eisenbahnbrücke ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i.

Sollte ich mich wieder einmal über die Autobahnbrücke stauen müssen, werde ich zukünftig mit Sicherheit an Gundi und Jakob denken 🙂

Work-Life-Integration

Wir wissen alle, dass Work-Life-Balance in unserer Gesellschaft in vielen Berufen gar nicht mehr existiert. Work-Life-Integration, bezeichnet hingegen genau das, was am Kohlenerhof gelebt wird… Leben und Beruf lassen sich nicht trennen sondern ergänzen sich. Ergänzen sich sogar so gut, dass es bei der Fülle an Arbeit der Blick auf das Wesentliche trotzdem nicht verloren geht.

Tischlein deck dich„… so der Titel dieses Blogposts. Genau dafür steht der Kohlenerhof… Produkte für den Tisch und den Tisch als Produkt. Eine tolle Idee, die mit Herzblut umgesetzt wird!

 

Fotocredits: Pfefferfrau, Jakob Holzmanufaktur

 

 

 

 

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