Hier liegt der Hase im Pfeffer!

Gefahr durch Palmöl?

27. September 2017

Hast du heute schon Radio gehört oder die Zeitung gelesen? Greenpeace warnt einmal mehr von der Gefahr von Palmöl. Bereits im Jahr 2000 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Palmöl als „möglicherweise krebserregend“ ein. Seit damals erscheint es wellenartig in den Medien, geändert hat sich allerdings nicht viel.

Wie gefährlich ist Palmöl?

Wie schon oben erwähnt gilt es als „möglicherweise krebserregend“. Im aktuellen Greenpeace-Bericht wird auf die Gefahr duch 3-MCPD und Glycidyl-Ester hingewiesen. Auch in einer 2016 erschienen Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden diese Bestandteile explizit als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Bei der Verdauung entsteht aus Glycidyl-Ester demnach Glycidol, was sogar als „wahrscheinlich krebserregend“ deklariert wird. Lecker, oder? Als Konsument stelle ich mir also die Frage, ob ich für mich und meine Familie dieses Risiko eingehen will. Meine Antwort… ein klares NEIN.

Worin ist Palmöl enthalten?

Während Greenpeace 11 Artikel getestet hat, habe ich meine Forschung in unserer Speisekammer getätigt. Mein persönliches Ergebnis: ich habe jetzt ein paar graue Haare mehr 😉 Selbst Bio-Produkte können eine ganz schöne Menge von Palmöl enthalten. Ja, aber zumindest Bio, oder? Nun ja… auf Palmöl-Produkten findet man immer wieder das RSPO-Zertifikat. Wenn man allerdings an dieser Stelle weiter recherchiert, stellt man fest, dass auch das mächtig in der Kritik steht. Es soll Mindeststandards sichern, verhindert aber nicht die Abholzung von Regenwäldern (inkl. dem ethisch sehr fragwürdigen Umgang mit den darin lebenden Tieren). Sprich: RSPO steht für Mindestanforderungen… aus meiner persönlichen Sicht ist Nachhaltigkeit am anderen Ende der Skala angesiedelt.

Unabhängig davon… Bestandteilen, die als „möglicherweise krebserregend“ oder „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft werden, ist auch das RSPO-Zertifikat herzlich egal 😉 Besonders kritisch sehe ich das vor allem im Zusammenhang mit Baby- und Kleinkindernahrung. Ich habe die Zutatenlisten namhafter Hersteller von Baby- und Kleinkindernahrung recherchiert (ein Hoch auf das Internet) und was hab ich gefunden? Richtig… Palmöl.

Akkumlationseffekt

So ein bisschen Palmöl ist doch vernachlässigbar… oder? Wenn man unter bestimmten Schwellwerten bleibt, vermutlich. Bei der Menge an Produkten, bei denen Palmöl in der Zutatenliste angeführt, ist der Schwellwert aber vermutlich schnell überschritten. Vor allem bei (Klein)Kindern ist hier Vorsicht geboten. Das gefährliche dabei: besondern jene Dinge, die von Kindern heiß geliebt werden, enthalten sehr oft Palmöl… Schokolade, Kekse, Müsli, Backerbsen, etc. Dazu kommen noch Convenience Produkte, die in vielen Familien nach wie vor regelmäßig auf den Tisch kommen.

Warum Palmöl?

Nun ja, diese Frage lässt sich ganz leicht beantworten… es ist billig. Ökonomie gewinnt offenbar vor Ökologie, der eigenen Gesundheit und… zusammengefasst… dem Hausverstand. Aus unternehmerischer Sicht ist das durchaus eine legitime Entscheidung. Das gilt auch für Bioprodukte… die sind ohnehin schon teurer als konventionelle Produkte. Ein Austausch von Palmöl durch andere, nachhaltigere Fette würde den Preis noch weiter steigen lassen.

Was kann ich als Konsument tun?

Vermutlich starten jetzt wieder hunderte Unterschriftenaktionen und Petitionen gegen Palmöl. Mein Ansatz ist allerdings ein anderer. LESEN! Das Lesen der auf der Verpackung abgedruckten Zutaten hilft schon einen ersten Teil an Nahrungsmitteln auszusortieren. Der übrige Rest wird mit Hausverstand beurteilt… auch mit wenig Zeit kann man Dinge selber (vor)kochen. Mal ehrlich… brauchts wirklich ein Kartoffelpüree aus der Packung?!?

Damit weiß man exakt, was enthalten ist, spart eine Menge (Plastik)verpackungen und hat damit wohl besseren Einfluss als mit einer Unterschrift auf einer Petition. Eine Petition, die – ein Schelm, der schelmisch denkt – in irgendeiner Schublade verschwindet oder wieder nur ein neues… diesmal „wirklich“ nachhaltiges Zertifikat entstehen lässt. Übrigens… Zertifikate, und die Überprüfung derer, sind auch ein nicht unwesentlicher Wirtschaftszweig 😉

TIPP: Wenn du neue Ideen rund um die Themen Kochen und Backen möchtest, schau‘ doch im Pfefferfrau-Kalender vorbei… dort gibts eine Menge von Veranstaltungen, die sich genau damit beschäftigen!

Zum Nachlesen

https://secured-static.greenpeace.org/austria/Global/austria/fotos/Presse/Greenpeace-Factsheet_Testergebnisse_Palmoel_Sept2017.pdf

https://secured-static.greenpeace.org/austria/Global/austria/fotos/Presse/Bewertung_durch_Umweltmediziner_Hutter.pdf

https://secured-static.greenpeace.org/austria/Global/austria/fotos/Presse/Factsheet_Palm%C3%B6l%20und%20RSPO.pdf

http://www.who.int/dietphysicalactivity/media/en/gsfao_cmo_068.pdf

http://www.nachhaltigkeitsrat.de/index.php?id=8406

https://www.gut-cert.de/files/content/download/Produktbeschreibungen/Produktdatenblatt_RSPO_D.pdf?time=2017092709

 

 

 

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