Upcycling

Schmucke Stücke – Schmuckstücke

21. Oktober 2017

Ich habe es schon lange vorgehabt, aber heute, am Tag des offenen Ateliers, habe ich es endlich in die Tat umgesetzt. Ein Besuch bei Upcycling-Künstlerin DI Carin Fürst in Freistadt. Bevor ich die vielen, vielen Schmuckstücke entdeckte, blieb mein Blick gleich an einem etwas anderen Schmuckstück hängen… nämlich dem wunderbaren Ausblick in die Natur… direkt aus dem Atelier. Ein naturbelassener, mehr als großzügiger Garten mit altem Baumbestand. Mitten in der Stadt, aber gleichzeitig mitten am Land. Ich kann mir vorstellen, dass es sich in einem Atelier mit einem derartigen Ausblick wunderbar arbeiten lässt.

Bevor ich mich aber jetzt in einer Schwärmerei über die Arbeit mitten in der Natur verliere, möchte ich auch über die Arbeit von Carin erzählen 🙂 Drei Fragen wollte ich nämlich unbedingt beantwortet haben… nämlich

  • Wie kommt eine Architektin dazu Upcycling-Schmuck herzustellen?
  • Wie kommt man auf derartige Ideen, völlig untypische Materialen auf schlichtweg geniale Weise zu tollem Schmuck zu verarbeiten?
  • Wie findet man die Grundmaterialien?

Von der Architektin zur Schmuckkünstlerin

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wenn Handwerker im Haus sind, gibts viele Abfälle. Als Architektin mit Bauaufsicht hatte Carin wohl damals schon einen etwas anderen Blick auf die „Abfälle“. Denn genau diese verwendet sie, um ihre Schmuckstücke zu fertigen. Ganz nach dem Motto „Nichts wird weggeworfen“ finden damit Fahrradschläuche, Anglerschnüre, ausgediente Medizinprodukte (bzw. deren Komponenten), (Sonnen)Brillengläser, Papier, Stoff, Perlen, Verschlüsse jeglicher Art, diverse Bänder, FloppyDisks, Musik- und Videokassetten und vieles, vieles mehr den Weg in ihr Atelier. Fein säuberlich geordnet und in Schubladen verstaut, warten diese Materialien auf ihren Einsatz. Mit der Zeit entsteht daraus Schmuck, wie z.b. Ketten, Ohrschmuck, Armbänder, etc.

Ideenfindung

„Das könnt‘ ich doch auch“… welcher Kunsthandwerker kennt diesen Satz nicht!?! Ja, vielleicht kann man es tatsächlich, aber ehrlich gesagt, die Ideen zu finden, den einzigartigen Blick auf die Grundmaterialien und die Kreativität sich daraus ein fertiges Schmuckstück vorzustellen, das dann in weiterer Folge in fein säuberlicher Handarbeit entsteht… dieses Gesamtpaket können die wenigsten bieten. Dass Carin das kann, erkennt man an ihren Werken.

Rohstoffkunde

Zeitgleich zu meinem Besuch fanden sich auch zwei weitere Gäste im Atelier ein. Ein Vater mit seinem Sohn, die mit mir gemeinsam versuchten in den fertigen Schmuckstücken die Grundmaterialien zu entdecken. Es hat Spaß gemacht und ganz ehrlich… bei den wenigsten konnten wir diese auf Anhieb erkennen.

Schau‘ doch einfach selber:

Fazit

Der Besuch bei Carin war für mich faszinierend und lehrreich zugleich. Die Perspektive auf Ausgedientes und Gebrauchsgüter hat sich einmal mehr verändert. Es ist wirklich gigantisch, was man aus scheinbar „alten“ Materialien zaubern kann. Ich bedanke mich auf diesem Weg für ein sehr nettes Gespräch, für einen Einblick in eine tolle Arbeit und… für ein (Papier)Sackerl voller gut riechender Quitten aus dem schönen Fleckchen Natur mitten in der Stadt 🙂

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