Browsing Category

Geschichten, die das Leben schreibt

Geschichten, die das Leben schreibt Klein, aber fein

Die Knopfmacherin

23. April 2017
DieKnopfmachering

Ich war wieder unterwegs… diesmal habe ich die Knopfmacherin Sabine Krump in ihrer Knopfstube besucht. Ist das wirklich der Eingang zur Knopfstube? Zögernd habe ich an die Tür geklopft, aber als die Türe aufging war ich schon gefangen in der Welt der Knöpfe. Eine bunte Welt, faszinierend und entschleunigend. Die Knopfstube lädt ein zum Innehalten, Pause machen und bewundern der vielen, vielen Knöpfe.

DieKnopfmacherin_01

 

„Der Knopf ist rund, na und?“

Um ehrlich zu sein habe ich das auch gedacht. Zwirnknöpfe kannte ich lediglich in der weißen Ausführung von Omas Bettwäsche. Bei meinem Besuch habe ich aber erfahren dürfen, welche Geschichten aus früherer Zeit damit verbunden sind. Bereits im 18. Jahrhundert entstanden die ersten Zwirnknöpfe… vielfach auch von Kinderhand. Das Knöpfeln war in der früheren Zeit vielfach eine notwendige Heimarbeit, ein „Nebenverdienst“, um sich das Leben leisten zu können. Maschinell gefertige Knöpfe oder gar Kunststoffknöpfe entwickelten sich erst viel später. Somit war die Herstellung von Zwirnknöpfen eine oft unliebsame Tätigkeit, aber eine notwendige.

Knopf ist nicht gleich Knopf

Ich habe gelernt, dass es bereits früher regionale und ständische Unterschiede bei der Herstellung der Knöpfe gab. Bei der Knopfmacherin fand ich verschiedenste Muster, in vielen verschiedenen Farben. In alten Kästchen mit kleinen und großen Laden, in Bildern, als Bilder, als Wandbehang, als Ketten, als Dekoration auf Accessoires, und und und. In der Knopfstube findet man einen ganz eigenen Flair… ich fühlte mich tatsächlich wie ein Kind auf Entdeckungsreise. Scheinbar hat jeder Knopf eine Geschichte… nein, nicht nur die alten… auch die neu designten und von Sabine Krump entwickelten Knöpfe. Neben Life-Ball-Knöpfen fand ich sogar einen Union-Jack, denn ich gleich für eine liebe Freundin mitnehmen musste 🙂

Einst Handwerk, jetzt Kunst

Die Knopfmacherin Sabine Krump hat es sich zur Aufgabe gemacht, das alte Handwerk des Knöpfelns nicht aussterben zu lassen und daraus eine wahre Kunst entwickelt. Sie hat sich in den vergangenen Jahren viel, vor allem auch historisches, Wissen dazu angeeignet und gibt dieses Wissen in ihren Kursen, ab einer MindestteilnehmerInnenzahl von 4 Personen, weiter.

War die Knopfmacherin immer Knopfmacherin? Nein. Die gelernte Gärtnerin und 2-fach Mama knöpfelt aber bereits seit mehr als 20 Jahren, hat nun ihr Hobby professionalisiert und mit „Der Knopfmacherin“ mittlerweile eine Marke geschaffen. Authentisch tritt sie in ihrer Knopfstube auf, die Zwirnknöpfe finden sich überall auf Kleidung und Accessoires. Man erkennt sofort, sie ist Knöpflerin aus Leib und Seele… und genau diese Begeisterung ist ansteckend.

„Zeit zum Zeithaben“ – Die Knopfstube

Die Knopfstube bietet „Zeit zum Zeithaben“. Eintreten und eintauchen in die Welt der Knöpfe… beim Suchen und Kaufen von Knöpfen, beim Üben in den Kursen oder einfach bei einem lieben Gespräch mit der Knöpflerin. Gemeinsam mit der Gold- und Silberschmiedin Eva-Maria Raber hat Sabine Krump einen kreativen Ort der Begegnung geschaffen.

Du findest die Knopfstube mitten in Pregarten (Kirchenplatz 2). Sie ist donnerstags und freitags von 09:00 – 12 Uhr und 15:00 – 18:00 Uhr sowie samstags von 09:00 – 12:00 Uhr geöffnet.

Die Autorin „Sabine Krump“

Wenn du es nicht schaffst, in der Knopfstube selber vorbeizukommen und dich aber trotzdem für die Kunst des „Knöpfelns“ interessierst, dann empfehle ich dir die Bücher von Sabine Krump. Seit 2011 sind fünf Bücher im Eigenverlag und zwei Verlagsbücher rund ums Thema „Knöpfe“ erschienen.

Zum einen Fachbücher, wie z.B. „Die Knopfmacherin“, welches die Geschichte und Entstehung des (Zwirn-)Knopfes beschreibt. Dort findest du eine Bild-für-Bild-Anleitung zur Erstellung deines ersten eigenen Zwirnknopfes. Dass diese Anleitung gut gelungen ist, zeigen internationale Käufer des Buches, die – obwohl in deutsch verfasst – anhand der Bilder in der Lage sind, das Knöpfeln zu erlernen. Immer wieder trudeln so Bilder von den ersten, selbstgemachten Knöpfen aus aller Herren Länder bei der Knopfmacherin ein.

Zum anderen schreibt Sabine Krump aber auch Kinderbücher, die sich – wie könnte es anders sein – ebenfalls um den Zwirnknopf drehen. Für nächste Woche wird ihr neues Buch „Die Geschichte vom Zwirnknöpfchen“ erwartet. Dieses Kinderbuch ist gemeinsam mit Lois Cordelia, einer Cut-Paper Artistin aus Großbritannien, entstanden. Ich durfte ausnahmsweise einen ersten Blick auf das Cover werfen und bekam einen ersten Einblick in die Geschichte… ich muss gestehen, da bin ich schon ein bisschen stolz drauf 🙂

 

Fazit

Ich wurde in der Knopfstube so herzlich aufgenommen, dass ich deutlich länger geblieben bin, als ich ursprünglich beabsichtigt hatte. Dass Knöpfe faszinieren können hatte ich nicht erwartet… und wurde schnell vom Gegenteil überzeugt.

Wenn dich dieses Thema interessiert, empfehle ich die einen Besuch der Ausstellung „Der Zwirnknopf, altes Handwerk wird Kunst„, welche vom 05. Juli bis September im MÜK-Haus in der Freistädter Samtgasse stattfinden wird. Möchtest du Knöpfe erwerben, kannst du das in der Knopfstube tun oder du kontaktierst die Knopfmacherin Sabine Krump, direkt über Facebook oder ihre Homepage.

 

 

 

 

Geschichten, die das Leben schreibt

Tischlein deck‘ dich!

18. Dezember 2016
Kohlenerhof_Aussicht

Hast du schon einmal etwas von Kobe-Rindern gehört? Ich habe davon gehört und sie diese Woche auch besucht. Offiziell tragen sie bei uns aus namensrechtlichen Gründen zwar die Bezeichnung „Wagyū“, aber egal ob Kobe oder Wagyū, es handelt sich um das wohl teuerste Rindfleisch der Welt. Das fein mamorierte Fleisch weist einen um ca. 50 % höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren auf. Die Qualitätsstandards sind hoch, Massenproduktion adé!

Der Tischler und das liebe Vieh

Bei meiner Suche nach „Geschichten die das Leben schreibt“ (siehe auch Scharfes Zeug!) habe ich Gundi & Jakob Kiesenhofer besucht… die beiden züchten die oben beschriebenen Wagyū-Rinder. Bewaffnet mit meinem Fotoapparat und meinen Gummistiefeln machte ich mich auf nach Gutau. Und genau dort, irgendwo zwischen Gutau und Schönau im Mühlkreis findet man sie am Kohlenerhof… inklusive eine Vielzahl an Tieren… sowie einer tollen Aussicht über das schöne Mühlviertel! 🙂

Bei den beiden gibt es immer viel zu tun… Biohof, Tischlerei und eine kleine Tochter… 24/7 ist hier kein Modebegriff. Trotzdem nahmen sich die beiden Zeit, um mir ihre Geschichte zu erzählen. An dieser Stelle ein großes DANKE dafür!

Der Bauernhof

Bereits seit 1985 wird der Hof als Biohof bewirtschaftet. Das gesamte Areal von rund 32 Hektar ist ein Miteinander von Mensch und Tier. So tümmeln sich dort neben den erwähnten Wagyū-Rindern auch adoptierte „normale“ Rinder, Pferde, Hühner, Puten, Katzen und ein Hund. Das sich das Wohl der Tiere und wirtschaftliches Denken nicht ausschließen, wird im Gespräch klar. Kreative Ideen und diese zu verfolgen ist auch hier zentraler Bestandteil des Erfolgs. Das gilt übrigens nicht nur für den Hof sondern besonders für die angrenzende Tischlerei.

Die Tischlerei

Die ans Wohnhaus angrenzende Holzmanufaktur beschäftigt vier Mitarbeiter und setzt auf „Upcycling“. Aus alten Hölzern und sonstigen alten Materialien entstehen hier wahre Kunstwerke. Auch hier steht Qualität vor Quantität klar im Fokus. Ich meine hier nicht nur Produktqualität sondern auch die Tatsache, wo und wie die Mitarbeiter ihrer Tätigkeit nachgehen können.

Totgesagte Leben länger

Zugegeben, ich bin von vielen Ideen begeistert… aber die Idee aus Teilen der alten Linzer Eisenbahnbrücke Tische zu machen, finde ich genial. Mit Hilfe eines Kunstschmieds werden die Teile so aufbereitet, dass sie als Unterbau eines Tisches verwendet werden können. Mit Hilfe einer Taschenlampe kann man sogar die einzelnen, eingestanzten Nummern entdecken, die den exakten Hinweis darauf geben, wo in der Brücke dieses Stück verbaut war. Die eingelegte Prägung mit einem Bild der Eisenbahnbrücke ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i.

Sollte ich mich wieder einmal über die Autobahnbrücke stauen müssen, werde ich zukünftig mit Sicherheit an Gundi und Jakob denken 🙂

Work-Life-Integration

Wir wissen alle, dass Work-Life-Balance in unserer Gesellschaft in vielen Berufen gar nicht mehr existiert. Work-Life-Integration, bezeichnet hingegen genau das, was am Kohlenerhof gelebt wird… Leben und Beruf lassen sich nicht trennen sondern ergänzen sich. Ergänzen sich sogar so gut, dass es bei der Fülle an Arbeit der Blick auf das Wesentliche trotzdem nicht verloren geht.

Tischlein deck dich„… so der Titel dieses Blogposts. Genau dafür steht der Kohlenerhof… Produkte für den Tisch und den Tisch als Produkt. Eine tolle Idee, die mit Herzblut umgesetzt wird!

 

Fotocredits: Pfefferfrau, Jakob Holzmanufaktur

 

 

 

 

Geschichten, die das Leben schreibt Klein, aber fein Weihnachten

Scharfes Zeug!

11. Dezember 2016
MV Feuer-Zeug

Dich interessieren Geschichten, die das Leben so schreibt? Mich auch. Vor einigen Jahren habe ich als Studentin mit Christian Dlapka ein Interview geführt. Deshalb wollte ich unbedingt wissen, was einen Informatiker und Unternehmensberater dazu bringt, eine Chili-Manufaktur zu gründen. Pfefferfrau wäre nicht Pfefferfrau, wenn sie sich nicht aufgemacht hätte, genau das zu erkunden 😉

Erkenntnis 1: Stillstand ist langweilig.

Tischler, Informatiker, Unternehmensberater, Lebens- und Sozialberater, Lektor, Neudenker, Chili-Saucen-Produzent… und vieles mehr. Das erinnert mich an Fragen, die ich oft höre… nämlich „Ist dir fad?“ oder „Wieso schon wieder etwas Neues?“. In Zeiten, in denen Veränderung immer mehr von Angst begleitet ist, finde ich es spannend, dass jemand einfach mit offenen Augen durch das Leben geht… neue, spannende Dinge entdeckt und diese aus Spaß und Interesse weiterverfolgt.

Erkenntnis 2: Kreative Arbeit ist ein guter Ausgleich

Jeder Wissensarbeiter kann davon ein Lied singen… man klappt seinen Laptop zu und die Arbeit „verschwindet“. Sprich: man sieht nur bedingt, was man den ganzen Tag, die ganze Woche, das ganze Jahr so erledigt hat. Diese Form der Arbeit ist zwar messbar, aber nicht greifbar. Ich kenne mittlerweile viele der Gattung „Wissensarbeiter“, die sich ein kreatives Hobby oder einen kreativen Zweitberuf gesucht haben. Alles, das man hier „produziert“ ist plötzlich greifbar und ist zusätzlich eine willkommene Abwechslung, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Frei, um die tagtäglichen Herausforderungen im Job wieder besser bewältigen zu können (ja, Wissensarbeit ist permanentes Probleme lösen) und frei, um einfach mal seinen Kopf auf andere Gedanken zu bringen.

Erkenntnis 3: Die Saucen sind verdammt lecker!

Feuer-Zeug GeschenkverpackungZugegeben, ich habe mich nicht nur mit Christian getroffen, um „seine Geschichte“ zu hören… nein, ich habe auch fleißig eingekauft. Weihnachten naht und wie du vielleicht weißt, bemühen wir uns heuer Geschenke und Mitbringsel aus der Region zu finden. In diesem Fall sind die Chilis waschechte Mühlviertler und auch die Produktion findet hier statt. Die Saucen werden übrigens in Bio-Qualität angeboten… doppelt lecker! 🙂 Das bedeutet nämlich auch, dass die darin enthaltenen Zutaten bio sein müssen. Ja, das funktioniert auch bei der Chili-Whiskey-Sauce!

Erkenntnis 4: Ich kann mich nicht entscheiden!

Normalerweise ist es nicht meine Art, mich nicht entscheiden zu können. Ich habe und hatte vor, die Saucen nicht nur „einfach so“ zu genießen, sondern auch Rezepte damit zu verfeinern. Ich habe probiert… und Ideen verworfen, wieder probiert und zu langsam fotografiert… die Teller waren immer zu schnell leer. Wie dem auch sei… meine Rezeptideen werden nachgereicht. Versprochen!

Erkenntnis 5: Weihnachten naht!

Am Adventkranz brennt bereits die dritte Kerze… Weihnachten naht! Wenn du noch Geschenke brauchst, sieh‘ dich doch mal im Shop vom „Mühlviertler Feuer-Zeug“ um… mit solchen Mitbringseln (einzeln oder in der Geschenksedition) kannst du sicher punkten 😉

p.s.: Feuer-Zeug gibts auch im MÜK!